Immobilien Jour Fixe – Digitalisierung der Immobilienwirtschaft

Wir freuen uns riesig, Teil des virtuellen Immobilien Jour Fixes “Digitalisierung in der Immobilienwirtschaft“ gewesen zu sein.

Beim Immobilien Jour Fixe handelt es sich um eine Veranstaltungsreihe der Industrie- und Handelskammern Darmstadt, Frankfurt am Main, Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern und Offenbach am Main zu aktuellen Themen rund um die Bau- und Immobilienwirtschaft.

Durch die hohe Flächennachfrage für Wohnen und Gewerbe bei gleichzeitig steigenden regulatorischen Anforderungen an die Bau- und Immobilienbranche ergeben sich eine Menge offener Fragen.

Mit genau diesen Fragen befassen sich Fachleute aus der Immobilienbranche. So werden in etwa 10 Terminen im Jahr aktuelle branchenrelevante Themen in Vorträgen von Experten referiert und zu Diskussion gestellt.

Das Thema des Jour Fixes vergangener Woche ist die Digitalisierung in der Immobilienwirtschaft gewesen.

Digitalisierung in der Immobilienwirtschaft

Die Digitalisierung verändert unser tägliches Leben und die Wirtschaft spürbar. Begriffe wie Industrie 4.0, E-Commerce und digitales Lernen waren auch schon vor Ausbruch der Corona-Pandemie von großer Bedeutung. Auch in der Immobilienbranche wurden längst digitalisierende Konzepte und Technologien entwickelt. Dennoch zeigt sich eine teilweise schnelle und kurzfristige Umsetzung von digitalen Prozessen in Zeiten der Pandemie. Die Corona Krise scheint also ein Treiber der Digitalisierung zu sein.

Überraschend ist das Ergebnis einer Umfrage von Immobilienexperten im Herbst 2020. Dabei waren sich 43 % der Teilnehmer sicher, dass der digitale Wandel ihre Geschäftsprozesse effizienter werden lässt. Bisher hat allerdings nur ein Viertel der Unternehmen ihre Prozesse tatsächlich digitalisiert.

Mangelnde Verknüpfungen von IT-Systemen und fehlende Softwarelösungen gelten hierbei als zentrale Schwäche der Immobilienwirtschaft.

Folgenden Fragen ergeben sich hieraus:

  • Welche Vorreiter gibt es auf diesem Gebiet?
  • Was sind die Innovationstreiber?
  • Welche Fördergelder können genutzt werden?

Der Immobilien Jour Fixe zum Thema Digitalisierung in der Immobilienwirtschaft gab Antworten auf genau diese Fragen. Neben weiteren Spezialisten war Dr. Hendrik Seibel zum Thema “Digitaler Sanierungs-Gebäudecheck“ mit dabei.

Digitaler Sanierungs-Gebäudecheck

Innerhalb des Vortrags zeigte Hendrik die Notwendigkeit einer digitalen Lösung zur Ermittlung und Bewertung des Sanierungsstau von Gebäuden auf.

Schließlich gibt es in Deutschland 47,5 Millionen Bestandsgebäude, wovon 84 % der Wohngebäude vor 1995 gebaut wurden. Eine Vielzahl an Gebäuden befindet sich nicht mehr auf dem aktuellen Stand der Technik. Was dazu führt, dass wir in Deutschland ca.  40 % der gesamten Endenergie durch Gebäude verbrauchen.

Laut Bundesregierung muss bis 2050 der gesamte Gebäudebestand in Deutschland klimaneutral werden. Eine wahre Herkulesaufgabe für die gesamte Bau- und Immobilienbranche. Für Gebäudeeigentümer, -nutzer und Bestandshalter bedeutet dies, dass am Ende der CO2-Bilanz ihrer Gebäude eine Null stehen muss.

Da notwendige Investitionen verschleppt wurden, müssen nun mehr als 50 % aller Wohngebäude in Deutschland in den nächsten Jahren saniert werden. Diese Einsparungen der letzten Jahre führen schlussendlich nur zu höheren Sanierungsaufwendungen.

Der Verein Deutscher Ingenieure empfiehlt eine systematische Instandhaltung, durch die die Lebensdauer von Bauteilen wesentlich verlängert wird. Werden jährlich nur 1% des aktuellen Neubauwertes in die Instandhaltung investiert, (entspricht ca. 45 Mrd. € Soll-Unterhalt jährlich), bedeutet dies langfristig eine Kostensenkung bei der Bewirtschaftung der Gebäude und eine Vermeidung von Bauschäden.

Da in den meisten Fällen solch eine systematische Instandhaltung versäumt worden ist, gilt es aktiv zu werden. Genau an dieser Stelle setzt der PLAN4 GebäudeCheck an.

Am Beispiel eines Pilotprojekts machte Hendrik deutlich, wie der Zustand sowie Schäden und Mängel eines Kindergartens in kürzester Zeit mit GebäudeCheck ermittelt und bewertet wurden.

Weitere Themen des Abends

ZIA Innovationsbericht

Der zentrale Immobilienausschuss hat sich zum Ziel gesetzt, die Innovationskraft der Immobilienwirtschaft sowie Proptechs zu fördern. Der viermal im Jahr veröffentlichte Bericht dient zum einen dazu, Innovationstrends aufzuzeigen und zum anderen als unterstützendes Instrument für Proptechs. Als Trends werden im aktuellen Bericht unter anderem die Themen Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Schnittstelleninnovation beschrieben. Als Best Practices werden von Prof. Dr. Peter Russo, dem Juryvorsitzenden des ZIA Innovationsbericht, beispielsweise die wohnungshelden GmbH und die PLAN4 Software GmbH aufgeführt.

Digitale Wohnungsvermietung

Neben dem ZIA Innovationsbericht stand das Thema digitale Wohnungsvermietung im Mittelpunkt. Martin Stauchdacher, der Gründer der digitalen Plattform Wohnungshelden, stellte dabei deren Softwarelösung vor. Wohnungshelden liefert Wohnungsunternehmen und deren Vermietern eine SaaS-Lösung zur Digitalisierung des kompletten Mieterwechsels. Durch automatisierte Vorgänge wird die Vermietung von Wohnungen deutlich erleichtert und beschleunigt.

Geförderte Digitalisierungsmaßnahmen von Geschäftsprozessen, Produkten und Dienstleistungen

Den Abschluss des Abends machte Armin Domesle vom RKW Hessen zum Thema geförderte Digitalisierungsmaßnahmen. Über das RKW können hessische kleine und mittelständische Unternehmen von einer geförderten Digitalisierungsberatung durch das hessische Ministerium und den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung profitieren. Dabei waren Beispiele vom geförderten Architekturbüro bis hin zur Metzgerei.

Sie haben die Veranstaltung verpasst? Kein Problem!

Die ganze Veranstaltung zum Thema Digitalisierung in der Immobilienwirtschaft gibt’s ab sofort zum Nachschauen.