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Hohe Förderungen: Bund will Gebäudesektor endlich klimafreundlicher machen

Tamara Hofacker

GebäudeCheck

Bund und Länder fördern die klimafreundliche Sanierung von Gebäuden mit hohen Millionenbeträgen. Sie wollen den Sektor auf Linie bringen, der seit Jahren immer wieder selbstgesteckte Grenzwerte überschreitet.

Grüne Wiese mit einem kleinen Spielzeug Holzhaus und einem Etikett mit der Beschriftung Energetische Sanierung.

Fest steht: Für Kommunen wird ein digitaler Werkzeugkasten immer wichtiger, um den steigenden Anforderungen an ihre Liegenschaften gerecht zu werden.

Die Bundesregierung gibt dem Gebäudesektor einen weiteren Anreiz, umweltfreundlicher zu werden. Mitte Juli haben das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) und das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) Pläne für ein Sofortprogramm vorgestellt. Darin kündigen die Ministerien verschiedene Maßnahmen an, die den Sektor klimafreundlicher machen und die CO2-Emissionen senken sollen.

Baubranche Zünglein an der Waage bei der Klimawende

Denn diese sind immer noch deutlich zu hoch. Sowohl 2020 als auch 2021 wurden die jährlichen Emissionsgrenzen überschritten. 2021 zum Beispiel emittierte der Sektor insgesamt 115 Millionen Tonnen CO2 und lag damit zwei Millionen Tonnen über dem selbstgesteckten Grenzwert. „Klassenziel verfehlt“, kommentierte Bundesbauministerin Klara Geywitz die Lage. Mit Blick auf das Jahr 2030 wird klar, wie viel Arbeit die Handlungsträger noch vor sich haben: dann nämlich soll der jährliche Ausstoß nicht mehr als 67 Millionen Tonnen CO2 betragen! Weil der Gebäudesektor aufgrund seiner hohen Emissionen als besonders klimaschädlich gilt, sieht die Bundesregierung ihr Gesamtziel gefährdet, wonach die CO2-Emissionen insgesamt bis zum Jahr 2030 um 65 Prozent gegenüber denen aus dem Jahr 1990 sinken sollen.

Der vor wenigen Wochen vorgestellte Maßnahmenkatalog besteht aus einer Mischung aus ordnungsrechtlichen Vorgaben, Förderprogrammen, einer Qualifikationsoffensive für den Einbau von Wärmepumpen und serieller Sanierung. Eine Priorität liegt auf der Novelle des Gebäudeenergiegesetzes (GEG). Diese sieht vor, dass ab 2024 jede neu eingebaute Heizung möglichst zu 65 Prozent aus Erneuerbaren Energien betrieben werden soll. Die Novelle soll von der Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG) flankiert werden.

Weitere Anreize für Kommunen: 476 Millionen Euro Förderung vom Bund

Außerdem will der Gesetzgeber Mindesteffizienzstandards für Gebäude einführen. Dafür muss er aber noch auf Brüssel warten, denn dort wird derzeit eine entsprechende EU-Gebäuderichtlinie erarbeitet. Für Kommunen ist das Sofortprogramm von besonderem Interesse. Denn das Bundesbauministerium hat ein spezielles Programm für sie aufgelegt, das vorsieht, die Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur zu fördern.

Klimaschutz durch energetische Sanierung spielt dabei die Hauptrolle. Das Ministerium betont aber auch, mit dem Programm auf den massiven Sanierungsstau zu reagieren, den es bei Sporthallen und Schwimmbädern gibt, wie seit Jahren bekannt ist. Der Bundestag hat für das Programm Geld aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF) locker gemacht. Konkret stehen 476 Millionen Euro zur Verfügung. Der Projektaufruf gilt seit Ende Juli. Gefördert wird beispielsweise die Sanierung von Jugendclubs und Begegnungsstätten, Bibliotheken, Kulturzentren, Sporthallen und Schwimmbädern. „Alle durch den KTF finanzierten Projekte müssen eine hohe Qualität im Hinblick auf ihre energetischen Wirkungen und Anpassungsleistungen an den Klimawandel aufweisen“, schreibt das Ministerium.

Land Baden-Württemberg fördert Ausbau und Sanierung von Sportstätten

Auch das Land Baden-Württemberg fördert die Sanierung und den Ausbau kommunaler Gebäude. In diesem Fall geht es konkret um 38 Sportstätten. 25,5 Millionen Euro stehen aus Bundes- und Landesmitteln zur Verfügung. Das Geld kommt aus dem Investitionspakt Sportstätten (IVS). Bei 23 der 38 Gebäuden handelt es sich um neue, bei 15 um laufende Maßnahmen.

„Sportstätten sind nach wie vor besonders häufig vom Sanierungsstau betroffen und der Bedarf bei den Kommunen ist groß. Mit der Förderung setzen wir wichtige Impulse für eine nachhaltige städtebauliche Entwicklung“, sagte die Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen, Nicole Razavi. Die Mittel aus dem Investitionspakt seien heiß begehrt. Insgesamt waren 92 Anträge von Städten und Gemeinden eingegangen.

Digitale Tools wie der GebäudeCheck gewinnen an Bedeutung

Die Sanierungsoffensive von Bund und Ländern zeigt: Sowohl im privaten als auch im öffentlichen Gebäudebestand stehen in den kommenden Jahren massive Veränderungen an. Alte Standards werden über Bord geworfen und durch neue ersetzt, die den ehrgeizigen Klimazielen Rechnung tragen. Für die Verantwortungsträger in den Kommunen heißt das, dass sie Schritt halten müssen. Die kommunalen Liegenschaften werden auf Herz und Nieren geprüft. Unerlässlich sind dafür digitale Werkzeuge wie der GebäudeCheck von PLAN4.

Denn die Maßnahmen werden an Tempo zulegen. Mit alten Methoden ist dem nicht beizukommen. Die Zustände der Gebäude müssen schnell und automatisiert erfolgen, müssen leicht durchführbar sein, ihre Ergebnisse verständlich aufbereitet und visualisiert werden. All das und noch viel mehr bietet die GebäudeCheck-Software mit ihren verschiedenen Features. Sie ermöglicht die digitale und mobile bauliche Zustandsbewertung von Bestandsimmobilien, liefert verlässliche Ergebnisse über die Höhe der Sanierungskosten, gibt fachliche Hinweise aus der Branche. Darüber hinaus erstellt sie automatisierte Berichte über Begehungen und ermöglicht einen einfachen Datenaustausch nach GAEB-Standard.

Gebäudesektor gewinnt wegen Klimaschutz an Bedeutung

Es bleibt festzuhalten: Der Gebäudesektor wird in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen, weil die Bundesregierung es sich nicht erlauben kann, die Klimaziele zu verfehlen. Doch nicht nur deshalb. Eine Mammutaufgabe wird in den kommenden Jahren darin bestehen, den immensen Bedarf an neuem Wohnraum im ganzen Bundesgebiet durch Neubauten zu schaffen und gleichzeitig die Flächenversiegelungsziele zu berücksichtigen, die bis 2050 auf Null zurückgehen sollen. Die Herausforderungen sind enorm.

Digitale Werkzeuge werden unverzichtbar sein, um all diese – teilweise sich widerstrebenden – Herausforderungen unter einen Hut zu bringen. Kommunen kommt in dieser Gemengelage eine, wenn nicht die, Schlüsselrolle zu. Sie planen Flächen, setzen die Art der Bebauung fest und treten selbst als Bauherr auf. Und sie verwalten zehntausende Objekte. Der GebäudeCheck hilft ihnen dabei, dies effektiv, anschaulich, nachvollziehbar und transparent zu tun. Kommunen, die das Tool noch nicht entdeckt haben, sollten dies schleunigst tun. Der Gewinn, den die gesamte Verwaltung davon hat, kann nicht hoch genug eingeschätzt werden.

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