Gemeinde
Sasbach a.K
Website
Einwohner
3.500
Gebäude im Bestand
13
Pilotprojekt erfolgreich abgeschlossen
2025
Über Sasbach am Kaiserstuhl
Mit Sitz am nördlichen Kaiserstuhl in Baden-Württemberg umfasst die Gemeinde Sasbach die drei Ortsteile Sasbach, Jechtingen und Leiselheim. Mit ihren vielfältigen kommunalen Liegenschaften, von Verwaltungsgebäuden über Kindergärten und Schulen bis hin zu Feuerwehrstandorten, steht die Gemeinde für eine lebendige, bürgernahe Verwaltung.
GebäudeCheck in der Praxis: Wie die Gemeinde Sasbach am Kaiserstuhl ihren Gebäudebestand digital erfasst
Wie gelingt es einer Gemeinde, den Überblick über ihre kommunalen Liegenschaften zurückzugewinnen – und das mit einem einzigen Pilotprojekt? Bürgermeister Nikolas Kopp aus Sasbach am Kaiserstuhl hat genau das getan. Im Interview mit PLAN4 spricht er offen darüber, wie die Zusammenarbeit entstand, was ihn an GebäudeCheck überzeugt hat und welche Erkenntnisse das Pilotprojekt für die gesamte Gemeindeverwaltung gebracht hat.
Mit GebäudeCheck schafft die Gemeinde seither die Grundlage für eine strukturierte, transparente Bestandsbewertung ihrer Immobilien und damit den Grundstein für fundierte Entscheidungen rund um Instandhaltung und Sanierung.
Wie kam der Kontakt zu PLAN4 zustande und wie hat sich die Kooperation entwickelt?
Der erste Kontakt entstand im Mai vergangenen Jahres, als ich an einem Netzwerktreffen der jungen Bürgermeisterinnen und Bürgermeister in Berlin teilnahm. Bei dieser Veranstaltung stellte PLAN4 seine Software GebäudeCheck sowie die generelle Unternehmensstruktur vor. Ich war damals gerade erst wenige Wochen im Amt und wollte von Anfang an innovative digitale Lösungen nutzen, um Verwaltungsabläufe zu modernisieren. Das Thema Gebäudemanagement erschien mir besonders wichtig, da viele Kommunen vor der Herausforderung stehen, ihre Liegenschaften effizient zu verwalten.
Wie ging es dann weiter?
Ich habe mich dort direkt mit Herrn Mand, einem Vertreter von PLAN4, ausgetauscht und wir kamen schnell ins Gespräch. Mir wurde bewusst, dass wir in Sasbach eine solche Lösung gut gebrauchen könnten. Daraufhin haben wir einen Vorstellungstermin im Rathaus vereinbart, um die Software eingehender zu betrachten und zu prüfen, wie sie in unsere Verwaltungsstrukturen eingebunden werden kann. Nach einer detaillierten Vorstellung im Rathaus, bei der wir die Funktionen und Möglichkeiten der Software besprochen haben, wurde die Idee eines Pilotprojekts geboren, um einen realistischen Praxistest durchzuführen.
Wie wurde das Pilotprojekt durchgeführt und was war das Ziel?
Das Hauptziel des Pilotprojekts war es, herauszufinden, wie gut die Software für unsere spezifischen Anforderungen geeignet ist und welchen Mehrwert sie unserer Verwaltung bringen kann. Dafür haben wir ein Gebäude als Testobjekt ausgewählt: die Ortschaftsverwaltung im Ortsteil Jechtingen. Dieses Gebäude bot sich an, weil es schon etwas in die Jahre gekommen ist und wir ohnehin eine Bestandsaufnahme durchführen wollten, um den Sanierungsbedarf zu analysieren.
Im Rahmen des Pilotprojekts wurde das Gebäude mit einer speziellen Kamera digital erfasst. Dabei entstand ein hochdetailliertes 3D-Modell, das alle relevanten Bauteile, Raumstrukturen und baulichen Gegebenheiten berücksichtigt. Zudem wurden bestehende Pläne und Unterlagen mit den neuen Daten abgeglichen, um eine umfassende digitale Dokumentation zu erstellen. Ein weiterer wichtiger Aspekt war die systematische Erfassung des baulichen Zustands, insbesondere hinsichtlich Energieeffizienz, Bausubstanz und potenziellem Sanierungsbedarf.
Anschließend wurden die gewonnenen Erkenntnisse im Gemeinderat präsentiert. So hatten alle Ratsmitglieder einen realistischen Eindruck davon, wie die Software arbeitet und welchen Nutzen sie für die Gemeinde bringen kann. Diese Transparenz war uns besonders wichtig, da Investitionen in digitale Lösungen gut begründet sein müssen.
Welche Vorteile bietet die Software aus Ihrer Sicht?
Der größte Vorteil ist die Transparenz, die wir durch die Software gewinnen. Bisher war es für uns als Verwaltung sehr schwierig, eine vollständige Übersicht über unsere kommunalen Liegenschaften zu erhalten. Viele Informationen waren auf verschiedene Excel-Tabellen, Akten und Pläne verteilt, und eine zentrale Dokumentation existierte nicht.
Mit GebäudeCheck haben wir jetzt ein einheitliches System, das uns nicht nur zeigt, welche Gebäude wir besitzen, sondern auch detaillierte Informationen zum baulichen Zustand, zu Sanierungsmaßnahmen und den damit verbundenen Kosten bereitstellt. Besonders hilfreich ist die Funktion, realistische Kostenschätzungen für Sanierungen zu liefern. Diese Schätzungen sind mit einer Genauigkeit von etwa 10 Prozent maximaler Abweichung angegeben und erleichtern die Haushaltsplanung erheblich.
Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit, mithilfe des 3D-Modells digitale Rundgänge durch die Gebäude zu machen. Das ermöglicht es uns, Entscheidungen effizienter zu treffen, ohne dass alle Beteiligten vor Ort sein müssen. Gerade für Gemeinderatssitzungen oder Abstimmungen mit Fachbehörden ist das ein enormer Fortschritt.
Gab es einen bestimmten Aha-Moment, der Sie besonders überzeugt hat?
Das Gesamtkonzept hat uns überzeugt. Aber es gab auch einzelne Aspekte: Insbesondere als wir realisierten, dass wir nicht einmal eine vollständige Liste unserer Liegenschaften hatten. Erst durch die systematische Erfassung mit der Software wurde uns bewusst, wie viele Gebäude sich tatsächlich in unserem Besitz befinden. Das war ein richtiger Augenöffner.
Da ich selbst früher Kämmerer war, hat mich auch die Möglichkeit überzeugt, die Kosten bis auf eine Abweichung von 10 Prozent kalkulieren zu können. In Kommunen ist das besonders relevant, da wir den haushalterischen Gürtel bekanntlich immer eng schnallen müssen.
Gab es Herausforderungen oder kritische Stimmen im Gemeinderat?
Die größte Diskussion drehte sich um die Kosten. Eine Investition von 120.000 Euro ist kein Pappenstiel. Einige Ratsmitglieder fragten sich, ob wir eine solche Software wirklich brauchen oder ob wir die Aufgaben nicht auch intern bewältigen könnten. Doch als wir den Vergleich gezogen haben, was es kosten würde, all diese Informationen manuell zu erfassen, wurde schnell klar, dass die Software nicht nur Zeit spart, sondern langfristig auch finanzielle Vorteile bringt. Zudem hat der Gemeindetag die Software als Partner empfohlen, was unsere Entscheidung zusätzlich bestärkt hat.
Wie geht es nun weiter?
Nach dem erfolgreichen Pilotprojekt haben wir uns für die vollständige Einführung der Software entschieden. Bei einem weiteren Termin mit Herrn Mand haben wir uns alle Liegenschaften angesehen und entschieden, welche Funktionen wir für welche Gebäude brauchen. Nach und nach machen wir uns jetzt daran, die einzelnen Gebäude systematisch zu erfassen.
Was würden Sie anderen Kommunen mit auf den Weg geben?
Unabhängig davon, ob man sich für GebäudeCheck von PLAN4 entscheidet oder nicht, empfinde ich es als sehr wichtig, stets einen aktuellen Überblick über den Zustand der eigenen Liegenschaften zu haben, um mögliche Sanierungsbedarfe im Blick zu behalten und frühzeitig erkennen zu können. Denn je länger in der Regel mit.
Was Kommunen von Sasbach am Kaiserstuhl lernen können
Das Beispiel der Gemeinde Sasbach am Kaiserstuhl zeigt, wie der Einstieg in die digitale Gebäudeverwaltung gelingen kann – pragmatisch, schrittweise und mit klarem Mehrwert. Ein einzelnes Pilotprojekt reichte aus, um den Gemeinderat zu überzeugen und die Grundlage für eine vollständige Bestandserfassung zu legen. Was bleibt: Kommunen, die heute in Transparenz investieren, sparen morgen bei Sanierungskosten. Und sie treffen Entscheidungen auf Basis von Daten – nicht auf Basis von Vermutungen.