Gemeinde
Groß-Umstadt
Website
Einwohner
21.000
Gebäude im Bestand
50
Pilotprojekt erfolgreich abgeschlossen
2024
Über Groß-Umstadt
Mit Sitz in Südhessen umfasst die Stadt Groß-Umstadt rund 21.000 Einwohner und mehr als 50 kommunale Gebäude, verteilt über neun Stadtteile. Mit ihren vielfältigen Liegenschaften, von Bürgerhäusern über alte Rathäuser bis hin zu Verwaltungsgebäuden, steht die Stadt für eine aktive, zukunftsorientierte Kommunalverwaltung mit klarem Fokus auf klimaschonende Sanierung.
GebäudeCheck in der Praxis: Wie Groß-Umstadt seinen Sanierungsprozess digital optimiert
Wie gelingt es einer Stadt mit über 50 Gebäuden, Sanierungsprojekte effizienter zu planen und dabei gleichzeitig Klimaziele im Blick zu behalten? Groß-Umstadt hat eine Antwort gefunden.
Im Interview erzählt Bürgermeister René Kirch, wie GebäudeCheck von PLAN4 die Stadtverwaltung mit exakten Zustandsanalysen, aktuellem Bildmaterial, Grundrissen und verlässlichen Kostenschätzungen unterstützt und den Sanierungsprozess spürbar verändert hat.
Wie kam es zur Entscheidung, GebäudeCheck von PLAN4 einzusetzen?
Der Kontakt kam bei einem Netzwerktreffen junger Bürgermeister zustande. Wir haben in Groß-Umstadt mit rund 21.000 Einwohnern mehr als 50 Gebäude – das ist für eine Stadt unserer Größe viel. Dazu gehören Bürgerhäuser, alte Rathäuser und Verwaltungsgebäude, die über neun Stadtteile verteilt sind. Ursprünglich waren wir auf der Suche nach einer Möglichkeit, unsere Sanierungsplanung effizienter zu gestalten. Das Thema „klimaschonende Sanierung“ spielte dabei eine große Rolle, denn wir wollten faktenbasierte und schnell umsetzbare Konzepte entwickeln. Gleichzeitig war es uns wichtig, den Zustand der Gebäude klar zu dokumentieren, um im politischen Prozess fundierte Entscheidungen treffen zu können.
Welche Herausforderungen gab es bisher bei der Gebäudeverwaltung?
Vor der Einführung von GebäudeCheck haben wir alles manuell gemacht. Unsere Mitarbeitenden mussten Pläne sichten, vor Ort Messdaten händisch erheben und den Gebäudezustand schätzen. Das war zeitaufwendig und häufig nur ungenau. Bei älteren Gebäuden fehlten uns sogar teilweise Grundrisse.
Ein Beispiel: Unsere Gymnastikhalle war Teil des Klimaschutzkonzepts von 2013. Wir wollten sie sanieren, aber die Einzelstudien waren teuer und der Aufwand groß. Am Ende wurden Maßnahmen verschoben, weil die Finanzierung nicht passte. Mit GebäudeCheck können wir nun schnell und vergleichsweise kostengünstig verlässliche Daten erfassen und haben sofort eine Entscheidungsgrundlage.
Was waren die entscheidenden Vorteile, die Sie überzeugt haben?
Die größte Stärke von GebäudeCheck liegt in der Kombination der Ergebnisse: Wir erhalten eine genaue Analyse des Bauzustands, inklusive Bildmaterial, aktueller Grundrisse und einer Kostenschätzung. Das spart uns enorm viel Zeit und Geld.
Zudem ist die Software sehr flexibel. Wenn wir uns beispielsweise klimaschonendere Sanierungsmaßnahmen ansehen möchten, können wir auf Knopfdruck neue Szenarien durchspielen – etwa nach dem nächsten Update nach KfW-Standards. Das ist ein klarer Vorteil gegenüber statischen Studien, die jede Änderung teuer machen.
Ein weiteres Argument war der politische Prozess. Mit den transparenten Ergebnissen von GebäudeCheck können wir unserem Magistrat und der Stadtverordnetenversammlung klare Zahlen vorlegen. Das schafft Vertrauen und macht Entscheidungen einfacher.
Wie verlief die Pilotphase?
Wir haben mit der Gymnastikhalle als Pilotprojekt begonnen. Die Ergebnisse haben uns überzeugt. Daraufhin haben wir im Sommer sieben weitere Gebäude analysieren lassen, die im Rahmen unserer Haushaltskonsolidierung wichtig waren. Hier ging es darum, Nutzung, Einnahmenstruktur und Sanierungsbedarf abzuwägen.
Mit GebäudeCheck haben wir jetzt ein einheitliches System, das uns nicht nur zeigt, welche Gebäude wir besitzen, sondern auch detaillierte Informationen zum baulichen Zustand, zu Sanierungsmaßnahmen und den damit verbundenen Kosten bereitstellt. Besonders hilfreich ist die Funktion, realistische Kostenschätzungen für Sanierungen zu liefern. Diese Schätzungen sind mit einer Genauigkeit von etwa 10 Prozent maximaler Abweichung angegeben und erleichtern die Haushaltsplanung erheblich.
Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit, mithilfe des 3D-Modells digitale Rundgänge durch die Gebäude zu machen. Das ermöglicht es uns, Entscheidungen effizienter zu treffen, ohne dass alle Beteiligten vor Ort sein müssen. Gerade für Gemeinderatssitzungen oder Abstimmungen mit Fachbehörden ist das ein enormer Fortschritt.
Wie sieht die langfristige Nutzung von GebäudeCheck aus?
Wir planen, weitere Gebäude nach Bedarf zu analysieren, vor allem Verwaltungsgebäude und Bürgerhäuser. Friedhofshallen oder Feuerwehrgebäude beispielsweise betrachten wir separat, da sie spezielle Anforderungen haben.
Ein großer Mehrwert ist auch die Transparenz im täglichen Betrieb: Unsere Hausmeister können bei Problemen direkt in die digitalen Pläne schauen. Zudem nutzen wir die Videodokumentation, um Veranstaltungsräume potenziellen Mietern online zu zeigen. Das spart viele Besichtigungstermine.
Da ich selbst früher Kämmerer war, hat mich auch die Möglichkeit überzeugt, die Kosten bis auf eine Abweichung von 10 Prozent kalkulieren zu können. In Kommunen ist das besonders relevant, da wir den haushalterischen Gürtel bekanntlich immer eng schnallen müssen.
Welche Rolle spielt GebäudeCheck für die Klimaziele von Groß-Umstadt?
Der Klimaschutz hat bei uns hohe Priorität. Unsere Stadtverordnetenversammlung hat beschlossen, einen Sanierungsplan zu erstellen, um unsere Gebäude effizienter zu gestalten. GebäudeCheck von PLAN4 ist dabei ein wichtiges Instrument. Mit dem kommenden Update können wir gezielt klimaschonende Maßnahmen planen und umsetzen.
Wie ist der Support von PLAN4 und die Handhabung der Software?
Der Support war hervorragend, insbesondere während der Datenerhebung. Danach lief die Software weitgehend selbstständig – sie ist sehr intuitiv. Unsere Mitarbeitenden können die Daten jederzeit nutzen und bei Fragen auf den Support zurückgreifen.
Was Kommunen von Groß-Umstadt lernen können
Groß-Umstadt zeigt, wie Städte mit vielen Liegenschaften und begrenztem Budget den Sanierungsstau gezielt angehen können. Der Schlüssel liegt in verlässlichen Daten: Wer weiß, in welchem Zustand seine Gebäude sind, kann Sanierungsmaßnahmen priorisieren, Kosten realistisch planen und politische Entscheidungen auf einer soliden Grundlage treffen. GebäudeCheck von PLAN4 liefert genau das – schnell, kostengünstig und ohne aufwendige Einzelstudien. Für Kommunen, die klimaschonend sanieren und gleichzeitig haushalterisch verantwortungsvoll handeln wollen, ist das ein entscheidender Vorteil.